Osteoporose
von Ralph Schnitzler, Aachen
Dass sich selbst Praktiker der Ernährungsmedizin (die es eigentlich besser wissen müssten!) bei ihren Empfehlungen zur Osteoporoseprophylaxe und -therapie immer noch auf das Quartett Calcium, Vit.D, Fluor und Hormone beschränken ist bedauerlich. Zum Teil wird hier sogar auf das falsche Pferd gesetzt.
In der gegenwärtigen Diskussion um die Prophylaxe und Therapie der Osteoporose kommt es zu einer unbegründeten Fixierung auf milchgebundenes Calcium sowie Östrogene bei gleichzeitiger Überbewertung technisch apparativer Diagnostik. Das Problem der Kuhmilchprodukten ist, dass sie viel Eiweiß und Calcium enthalten, aber wenig Magnesium und Basen. Länder mit geringem oder fehlendem Verzehr von Kuhmilchprodukten haben interessanterweise sehr niedrige Osteoporoseraten!
Die Essenzialität von Fluor ist noch nicht belegt. Deshalb kann auch hier (wie bei verschiedenenen bioaktiven Nahrungsbestandteilen) nicht von eigentlichen Mangelsymptomen gesprochen werden. Untersuchungen und Beobachtungen weisen jedoch auf ein zell- und immunschädigendes Potential von Fluor hin, das durch den möglichen Nutzen in Kariesprophylaxe und Osteoporosetherapie wahrscheinlich nicht aufgewogen wird.
Ob Östrogen der primäre Faktor zur Verhinderung der Osteoporose darstellt muss angezweifelt werden. Tatsache ist, dass das stärkste Knochenwachstum vor der Pubertät (ohne Östrogen!) zu verzeichnen ist. Mit der Gabe künstlicher Östrogene sind nicht unerhebliche Risiken verbunden, wie z.B. höheres Thrombose- und Krebsrisiko. Phytoöstrogene (z.B. aus Soja) sind hier eine sinnvolle und nebenwirkungsfreie Alternative. Frauen, die nach der Menopause reichlich Tofu, Sojabohnen und andere Sojaprodukte verzehrten, haben eine höhere Knochenmasse als Soja-Verächterinnen. Das zeigte eine Studie am Toride Kyodo General Hospital in Ibaraki, Japan.
Neben Calcium ist auch eine ausreichende Versorgung mit...
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